Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

kurz und knapp lautet dieser Bibelvers. In der Kürze liegt die Würze.
In der Tat kommt Jesus mit dieser Frage bei seinen Nachfolgern damals und auch bei uns heute schnell auf den Punkt.
Die Frage nach dem Glauben ist eine zentrale Frage. Sie richtet sich nicht an Menschen, die sich heute vielleicht als „ungläubig“ im christlichen Sinn oder sogar als „Atheisten“ bezeichnen. Sie ist keine Provokation an Menschen, die Gott, Jesus noch nicht vertrauen. Diese Frage ist eine Provokation an uns, an diejenigen, die sich zu Gott und Jesus bekennen. Es ist eine Frage, die uns ernüchtert. Sie soll und will ganz persönlich beantwortet werden.
Das Problem mit dem Glauben liegt auf der Hand. Es ist eben nicht nach äußerlichen Formen gefragt, die auf Frömmigkeit hinweisen könnten. Wenn wir, wie es oft geschieht, von lebendigem Glauben sprechen, dann ist Glaube persönliches, herzliches Vertrauen in den einen Gott und seinen Sohn, Jesus Christus. Dann geht es auch darum, diesen Glauben in den Herausforderungen des Lebens zu bewähren.
Hier liegt das Problem. Wenn die Wellen nur hoch genug in das Boot unseres Lebens schlagen, dann … spült das bei vielen den Glauben mit über Bord.
Das findet Jesus nicht klasse. Warum? Ist doch klar! Weil wir Gott dann für machtlos und ohnmächtig halten sowie auf unsere eigenen Möglichkeiten reduzieren. Genau das mag er nicht!
Wenn er uns Glauben und Vertrauen schenkt, dann richtig. Der Glaube, die Liebe zu Gott, sowie die dadurch entstandene Beziehung zu Gott und Menschen ist keine Schönwetterangelegenheit. Glaube, Liebe und Vertrauen erweisen ihre Kraft normaler weise erst so richtig, wenn es ernst wird. Dann wird er bisweilen auch von anderen bewundert. Nun geht es nicht um Bewunderung sondern um Echtheit unserer Beziehung zu Gott im Alltag dieser Welt.
Das wünsche ich allen Lesern in einem Jahr, in dem viel von einer historischen Rezession und gesellschaftlichen Herausforderungen die Rede ist. Vielleicht können wir Menschen ermutigen und neue Orientierung geben, indem wir nicht die Klagelieder mitsingen.
Wo ist euer Glaube?


Uwe Stiller