Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Wir gehen auf das Erntedankfest zu. Wie in jedem Jahr werden die Kirchen und Gemeindehäuser mit wunderbaren Erntegaben geschmückt. Man lädt ein zum Essen, zum Genießen und Sich-freuen an all dem Guten, was wir wieder ernten und kaufen konnten. Das Erntedankfest – ein Selbstläufer. Wirklich?
„Was von alleine läuft, läuft bergab!“, so hörte ich mal jemanden sagen. Immer wieder werde ich daran erinnert, denn es trifft auf so vieles zu – auch auf Erntedank?!
Die Wirtschaftskrise zeigt uns jedenfalls etwas von dem, wie wenig selbstverständlich die „Selbstverständlichkeiten“ in unserem Land sind.
Wir haben so vieles in unserem Leben nicht in der Hand. Wir sind darauf angewiesen und leben davon, dass uns wesentliches gegeben wird: Der Beruf, das Gehalt, die Rente, die Lebensmittel, Liebe, ... das Leben selbst!
Erntedank lädt uns ein, über diesen Grundtatbestand unseres Lebens nachzudenken und nicht nur die Gaben, sondern auch den Geber aller guten Gaben zu sehen. Gott unseren Dank zu geben (zu opfern?), nicht nur einmal im Jahr, sondern den Dank ihm gegenüber als festen Bestandteil in unserem Leben zu verankern, dazu dient uns dieses Fest.
Denn danken zu können und dankbar zu sein, das ist absolut keine Selbstverständlichkeit.
Doch Gott will den Dank. Er fordert ihn geradezu ein.
Was sich wie eine Bedingung Gottes anhört, ist doch in Wirklichkeit das Aufdecken dieses schöpfungsgemäßen Grundtatbestandes unseres Lebens. Denn letztlich braucht nicht Gott unser(en) Dank (-Opfer), sondern wir brauchen und leben von seinen Gaben und seiner Güte. Dieses drücken wir aus, wenn wir Gott danken. Und Gott verspricht:
Wer das tut, begibt sich auf einen heilvollen und heilsamen Weg.
Lassen Sie uns das Danken Gott gegenüber nicht vergessen. Und in Zeiten, wenn uns angesichts von Not das Danken im Halse stecken bleibt, dann dürfen wir in demselben Psalm lesen: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen!“
Gott sei Dank für sein offenes Ohr und für seine feste Zusage, mich in der Not nicht hängen zu lassen.
Gott schenke uns (neu) ein dankbares Herz – nicht nur zu Erntedank.


Ihr Samuel Liebmann