Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

„Arme“ wird es immer geben. Das ist eine ernüchternde Aussage. Wer davon ausgeht, dass die Armut zu besiegen ist, wenn nur ..., der wird schwer enttäuscht. Man möchte es eigentlich nicht wahr haben. Aber die Geschichte der Welt hat es gezeigt, dass es nie anders war. Und das, obwohl Gott nur wenige Verse vorher seinem Volk sagt:
Es sollte überhaupt kein Armer unter euch sein; denn der Herr wird dich segnen ... wenn du nur ... - und jetzt kommt kein ausgeklügeltes Steuer- und Finanzsystem, mit dem die Armut besiegt werden kann, sondern: - ... der Stimme des Herrn, deines Gottes gehorchst ...

Auf Gott zu hören, ihm zu vertrauen und seine Wegweisungen für unser Leben zu beachten – das ist der erfolgversprechende Weg im Kampf gegen die Armut. Hier ist also nicht zuerst ein politisches Programm „von denen da oben“ gefragt, sondern ein „Lebensprogramm“ von jedem Einzelnen, von Ihnen und mir!

Gott nimmt uns in die Pflicht, weniger im Kampf gegen die Armut, als vielmehr in der Zuwendung zum Armen und Not Leidenden! Gott möchte, dass wir uns dem Armen und Not Leidenden öffnen in praktischer (und finanzieller?) Hilfe. Gespendet wird in Deutschland fiel, aber die Armut hat viele Gesichter. Wie sieht es mit meiner/ unserer ganz praktischen Hilfe im Blick auf den Nächsten „unter uns“ aus?

Zeigt sich hier nicht eine andere Art von Armut, evt. auch bei uns selbst? Denn „arm“ und „reich“ ist nicht nur eine Frage des Habens, sondern der Einstellung!

Vor kurzem hörte ich eine sehr nachdenkenswerte Definition über „arm“ und „reich“. Die lautete sinngemäß:
Arm ist, wer festhält, was er hat, weil er nicht glaubt, dass er bekommt, was er braucht; reich ist dagegen, wer gibt, was er hat, weil er weiß: Er bekommt, was er braucht!

Zu dieser Haltung möchte Gott sein Volk damals und seine Gemeinde heute ermutigen – und sogar noch stärker: - in die Pflicht nehmen, evtl. auch erziehen?

Gott verheißt, sein Volk zu segnen und sie mit allem zu versorgen, was sie brauchen, so dass sie genug haben; für sich selbst und auch für den Armen!
Lassen Sie uns darum angesichts der Armut und Not um uns herum (und in der Welt) nicht beim Klagen stehen bleiben: Gott, warum tust Du da nichts ...?!?, sondern uns öffnen für die Frage: Gott, was willst Du, dass ich hier tue?

Achtung: Wir können nicht für die ganze Welt und alle ihre Not da sein! Lasst uns vielmehr im „kleinen“ und „nächsten“ Umkreis Augen, Ohren und Hände offen halten für den einen, der unsere Hilfe und Zuwendung heute braucht!

Gott helfe und segne uns dabei!


Ihr Samuel Liebmann