Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

"Erleuchtete Augen des Herzens" - was für eine schöne (Bilder-)Sprache! Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry hat dies aufgegriffen, wenn er sagt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Ja, es stimmt: Wir sehen eine Menge, nah und fern - meistens mehr, als wir verarbeiten und verkraften können. Oft bleiben wir hilflos und ohnmächtig vor dem stehen, was wir sehen, und sind bedrückt, manchmal auch erdrückt von der Not, von den Problemen, die man hört und sieht!
Gefesselt von diesem Anblick geraten dabei andere Dinge aus dem Blick. Das gilt sogar für viele schöne, sichtbare Dinge, die unsere Welt gerade in dieser Frühlingszeit zeigt, und erst recht für solche Sachen, die wir nicht vor Augen haben. Wir werden neu erinnert, damit
zu rechnen, dass da mehr ist, bzw. dass es mehr gibt, - wesentliches! - als nur das, was uns sichtbar vor Augen ist.

Paulus wünscht seiner Gemeinde damals wie auch uns heute „erleuchtete
Augen des Herzens", Augen für Wesentliches, für das, was auch noch da - trotz allem, bzw. in allem!, auch wenn wir es nicht sehen. Ganz konkret spricht Paulus hier von dem Erkennen der "Hoffnung, zu der wir von ihm (von Gott) berufen" sind.

Bei allen Problemen und schwierigen Themen, die uns oft vor Augen stehen, möge Gott uns an die Hoffnung erinnern, zu der ER uns berufen hat. Wir sind als Gottes Kinder berufene Hoffnungsträger in dieser Welt - und keine Bedenkenträger!
Durch Jesus haben wir Hoffnung, und dürfen hoffnungsvoll und hoffnungsfroh den Menschen und Situationen um uns herum begegnen.

Auch wenn diese Hoffnung oft für unsere Augen unsichtbar ist, so geben uns gerade diese Wochen vor und nach Ostern eine echte Sehhilfe in Sachen Hoffnung. Denn das Sterben und Auferstehen von Jesus sind der Grund, in dem unsere Hoffnung verankert ist.

Ostern - das Fest seiner Auferstehung - ist die Brille, durch die wir unsere Welt und unser eigenes Leben sehen dürfen. Das bewahrt vor lähmender und niederdrückender Resignation und Hoffnungslosigkeit.
Jesus lebt! Heute! Das ändert so manche Sicht - und dann durchaus
auch manche Lage ...

Das zu erkennen, dazu schenke Gott uns allen "erleuchtete Augen des
Herzens"!

Mit diesem hoffnungsvollen und hoffnungweckenden Wunsch grüße ich Sie ganz herzlich zur Osterzeit!


Ihr Samuel Liebmann