Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

"Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein andrer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer. (Sprüche 11,24)"

Eine ältere Frau erzählte mir, dass eines ihrer Enkelkinder in finanzielle Not geraten war. Hilfsbereit und gütig wie sie ist, half sie ihr gerne mit „kleineren Unterstützungen“ über die Runden. Kurze Zeit später bekam sie von ihrem Sohn eine wunderbare Reise ins europäische Ausland geschenkt – ohne, dass er von ihren kleinen „Finanzspritzen“ wusste.
„Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr ...“ Eigentlich unlogisch – und doch haben schon viele genau diese Erfahrung gemacht. Mit dem Teilen und Weitergeben wird man auf wundersame Weise nicht ärmer, sondern reicher. Alles nur Einbildung und Zufall? Nein, ein göttliches Geheimnis! Der Monatsspruch für Juni aus dem Buch der Sprüche in der Bibel hält es uns vor Augen. Hier werden keine „Sprüche geklopft“, sondern Erfahrungen des Alltags zu Lebensweisheiten zusammengefasst. Weisheiten, die sich im Leben immer wieder be-wahrheit-et haben – damals wie heute! Die Geschichte ist voll von solchen mal mehr, mal weniger spektakulären Beispielen solcher geheimnisvollen Vermehrung durch´s Teilen!

Diese Beispiele laden dazu ein – genauso wie auch die Weisheitssprüche –, es einfach auszuprobieren. Gott selbst ruft dazu auf: „Prüft mich … ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.“ (Maleachi 3,10) Womit sollen wir Gott prüfen? Antwort: Mit dem Abgeben des „Zehnten“! So heißt es in derselben Bibelstelle!

Man höre und staune! Das Geben des zehnten Teils von seinem Einkommen ist heute eine kaum noch bekannte, geschweige denn geübte Praxis. Wer sich daran hält, gilt als Exot – auch unter den Christen: Für die Reichen eine viel zu hohe Summe und für die Armen eine nicht zumutbare Abgabe ihres ohnehin schon kleinen Lebensunterhalts. Und doch steht dahinter eine beachtenswerte Sicht unseres Lebens: Der „Zehnte“ soll uns daran erinnern, dass alles, was wir haben, von Gott geschenkt ist. Alles auf der Erde ist letztlich sein Eigentum! Auch das, was wir uns hart erarbeiten und zusammensparen mussten, was wir uns „verdient“ haben – wie wir sagen. Es gehört Gott, es kommt von ihm, und er vertraut es uns zum dankbaren Genießen und Ver-, bzw. Gebrauchen an. Das Geben des Zehnten will uns das vor Augen halten. Und es stimmt: Wie wenig selbstverständlich alles ist, was wir haben, sehen wir spätestens dann, wenn wir uns mit dem Großteil der Menschen auf unserer Erde vergleichen, die trotz Fleiß und Mühe deutlich weniger haben.
Aus dieser Sicht heraus lädt Gott uns ein, IHM, d.h. Menschen und Werke, die „um Gottes Willen“ auf Unterstützung angewiesen sind, den „zehnten“ Teil zu geben. Und er verspricht, dass es nicht unbelohnt bleiben wird. Sicherlich vermehrt sich dabei nicht unbedingt unser Guthaben, aber unser Leben wird bereichert! Probieren Sie es aus!

Möge Gott seinen Segen ausschütten über Ihnen und auch über denen, die Dank ihrer Gaben unterstützt werden.


Ihr Samuel Liebmann