Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. (Apostelgeschichte 14,17)


Haben Sie sich schon mal gefragt: „Warum geht es mir eigentlich so gut?“
Oft kommt einem die Frage nach dem „Warum“ erst dann in den Sinn, wenn es einem schlecht geht. Warum eigentlich? Sind die guten Zeiten für uns schon so normal, dass sie für uns selbstverständlich sind? Oder haben wir sie „verdient“ oder ein Recht darauf?
Eigentlich merkwürdig, dass wir (fast) nur den schlechten Zeiten auf den Grund gehen wollen, während uns der Grund für gute Zeiten nicht wichtig ist. Warum?

Im Monatsspruch lenkt Paulus unseren Blick auf die guten Zeiten und was dahinter steht. Als er diese Worte sagte, befand er sich auf einer seiner Reisen durch die heutige Türkei. Dort sprach er zu Menschen anderen Glaubens. Ihnen wollte er etwas von der verborgenen Gegenwart des lebendigen Gottes nahe bringen. Dabei verweist er auf die vielen guten Dinge des Lebens. In ihnen bekommen wir es mit Gott zu tun. In ihnen zeigt er sich und gibt sich uns darin zu erkennen. Haben Sie darüber schon mal nachgedacht? Dass die Natur wieder zu neuem Leben erwacht ist und alles so schön grünt und blüht in vielen tausend Farben, dass durch Sonne und Regen auf den Feldern und in den Gärten neue Früchte wachsen, die uns ernähren und viel Freude machen, … all das ist ein Hinweis auf den lebendigen Gott!?!
Unsere Augen und Gedanken bleiben oft an den negativen Dingen hängen. Manchmal ist es nicht einfach, dennoch auch all das Gute zu sehen, das Gott mir heute, in diesem Frühjahr, in der bevorstehenden Sommerzeit wieder schenkt und ermöglicht.
Welches Bild von Gott ergibt sich daraus, dass Gott uns in besonderer Weise in vielen guten Dingen begegnet?
Gott ist ein Gott, der Freude hat, uns mit Gutem zu beschenken. Er ist gütig und will, dass es uns gut geht und wir Freude am Leben und im Leben haben. Gott ist ein großer Freund-, nein Liebhaber des Lebens! Schließlich hat ER unsere Erde so wunderschön gemacht, dass ein Leben nicht ausreicht, um die Schönheiten der Welt wirklich kennen zu lernen. Gott ist auch derjenige, der uns versorgt und ernährt, der will, dass wir genug zum Leben haben, „soviel Du brauchst!“

Lasst uns in der vor uns liegenden Sommerzeit daran denken, wenn wir Schönes sehen oder erleben können – ob im Urlaub oder Zuhause beim Es-sich-gut-gehen-Lassen mit der Familie oder mit Freunden! Gott „bezeugt“ sich uns darin!

Paul Gerhardt’s Sommerlied ist mir ein tolles Beispiel: Geh aus mein Herz und suche Freud … Ja, suche das Schöne in der wunderschönen Schöpfung – und nimm es als Hinweis Deines Schöpfers wahr, der Dir heute schon viel Gutes schenkt. Aber damit noch nicht genug: (Str. 9) Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du’s uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden!
In diesem Sinne wünsche ich allen eine gesegnete Sommerzeit


Ihr Samuel Liebmann