Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Der Monatsspruch für Oktober kommt aus dem direkten Umfeld der diesjährigen Jahreslosung. Kennen Sie sie noch?
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die die zukünftige suchen wir. (Hebr. 13,14)

Sie erinnert uns: Wir befinden uns auf der Durchreise. Wir können unser Leben nicht festhalten, und schon gar nicht all die schönen Dinge, die es im Leben gibt. Nichts ist in unserer Welt so sicher wie die Veränderung, das Werden und Vergehen. Denn nichts bleibt in unserer Welt so wie es ist!

Diese nüchterne Erkenntnis kann ganz schön erdrückend sein. Was soll dann das alles? Was macht das Leben dann für einen Sinn, wenn nichts bleibt!? So hat schon der Prediger Salomo gefragt, wenn er sagt: Alles ist eitel (=vergänglich) und Haschen nach Wind … (Pred. 1,14).

Der Hebräerbrief, aus dem Jahreslosung und Monatsspruch kommen, stimmt nun nicht auch in dieses resignierende „Lied“ mit ein, sondern sagt stattdessen: Wir suchen (aktiv) die zukünftige Stadt. Das klingt zunächst so, als wenn wir das Leben in dieser Welt nicht länger wichtig nehmen und einfach drüber hinwegsehen sollen auf das, was danach kommt! Ein typischer Vorwurf, der uns Christen immer wieder gemacht wird: Wir nehmen die Not und das Leben in dieser Welt nicht ernst. Wir reden viel von Gottes Reich und der Ewigkeit, aber leben so, als wenn uns die Welt mit ihren Fragen und Problemen nicht viel angeht.

Als wenn der Schreiber des Hebräerbriefes diesen Vorwurf schon im Ohr hat, sagt er gleich danach: So lasst uns nun … Gott loben und von ihm reden, aber dabei auf keinen Fall vergessen, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen! Denn das gefällt Gott!
Im Reden von Gott und im Tun des Guten „suchen“ wir die zukünftige Stadt und tun das, was Gott gefällt. So soll unser Leben als Christen in dieser Welt aussehen. So nehmen wir es ernst, dass wir hier „keine bleibende Stadt“ haben.

Es ist sehr passend, dass wir in dieser Zeit, in der wir Erntedank feiern, noch mal an die Jahreslosung erinnert werden und an das, was sie uns sagt. Erntedank feiern heißt nämlich auch dies beides:
Gott, unserem Schöpfer zu danken und zu loben für alles, was wir haben und was in diesem Jahr (wieder neu) im Garten und Büro, in der Wohnung und Familie, auf den Feldern und Fabriken gewachsen und geworden ist.

Und Erntedank feiern heißt auch dieses: Aus Dankbarkeit und Freude für alles, was Gott mir geschenkt hat, will ich diese Freude mit anderen teilen und damit verdoppeln („Geteilte Freude ist doppelte Freude“). Denn solche Opfer gefallen Gott!
Ja, manchmal ist das Teilen und Gutes Tun vielleicht auch ein Opfer, aber ein Opfer auf dem viel Segen liegt. Denn so pflanzen wir mitten in dieser Welt, die eigentlich nichts Bleibendes hat, dennoch etwas, aus dem bleibende Frucht wachsen kann und soll! Dazu hat Jesus Christus uns bestimmt (vgl. Joh. 15,16).


Ihr Samuel Liebmann