Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Dieser Satz klingt so einfach und ist gleichzeitig eine so große Herausforderung. Jesus wünscht sich, dass die, die zu ihm gehören, und somit auch wir, einander in Liebe begegnen. Eigentlich ist es viel mehr als nur ein Wunsch. Denn direkt davor sagt Jesus: Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. (Johannes 13, 34). Und schon früher hat er das im zweiten Teil des Doppelgebots der Liebe deutlich gemacht: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Matthäus 22, 39) heißt es dort. Es ist also eine Regel und soll gleichzeitig ein Erkennungszeichen sein dafür, dass wir zu Gott gehören. Und ich denke, das ist auch das Besondere einer Gemeinde. Es kommt eine Vielfalt an Menschen zusammen, die vielleicht abgesehen vom Glauben gar nicht so viele Gemeinsamkeiten haben und die sich ohne diese Grundlage auch nicht kennen, geschweige denn miteinander verbunden fühlen würden. Aber bei uns soll es nicht um die Herkunft, den Beruf, den Familienstand oder politische Ansichten gehen, sondern darum ein gemeinsames Ziel zu haben. Es geht nicht darum, dass ich der Wichtigste bin und immer meinen Willen kriege, sondern um gegenseitige Akzeptanz, Respekt und Unterstützung.
Und Jesus selbst hat uns das vorgelebt. Diese Worte hat er gesagt kurz vor seinem Tod am Kreuz. Es gibt ein Lied, das sehr passend beschreibt wie groß die Liebe von Jesus für uns ist.

Wer liebt, der ist gütig, hat Geduld.
Wer liebt, vergibt dem andern jede Schuld.
Wer liebt, der hat für jeden ein offnes Ohr.
Ich komme mir so furchtbar lieblos vor.

Wer liebt, der gibt ab, wer liebt, sieht den, den andre einfach mal so übersehn.
Wer liebt, der sieht alles in anderem Licht.
Obwohl ich das will - ich schaff es nicht.

Hast im Schmerz noch gedacht:
Ich habe euch lieb.
Hast im Sterben gesagt: O Vater, vergib.
Keiner liebt mehr, keiner liebt mehr,
keiner liebt mehr als du.
(Ararat)

Genau wie die Sängerin hier fühle ich mich auch manchmal – lieblos. Denn Jesus hat uns so viel mehr seine Liebe gezeigt als wir es jemals können und wir geraten immer wieder in Streit, Neid und rechthaberisches Verhalten.
Ich wünsche mir und uns allen, dass dieser Vers uns immer wieder ermutigt, einander liebevoll zu begegnen und Jesus dabei ein Stück ähnlicher zu werden, um seine Liebe zu bezeugen in dieser Welt.

Amen


Ihre Kristin Heymann