Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Diese Worte von Jesus sind wahre Osterworte: Traurigkeit, Dunkelheit, Tränen und Leid, ja sogar der Tod sollen in unserer Welt nicht länger das letzte Wort haben. Dafür ist Jesus Christus am Kreuz gestorben und am Ostermorgen auferstanden. Wenn ER verspricht: Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden!, dann ist das kein billiges Vertrösten oder ein schnell Dahergesagtes: Alles wird gut! Ostern weckt „lebendige“ Hoffnung, eine Hoffnung, die selbst am Ende, im Blick auf den Tod, nicht stirbt, sondern lebt – weil Jesus lebt! Durch IHN können wir seine Worte als begrün-dete Hoffnung hören. Sie sind eine feste Zusage, auf die wir uns voll und ganz verlassen dürfen. Vor allem dann, wenn uns Traurigkeit überkommt und uns runter zieht. Jesus verspricht: Alle unsere Traurigkeit – wirklich alle! - wird in Freude verwandelt werden! Was für eine Hoffnung!
Jesus redet all das, was uns traurig macht, damit nicht klein. Er redet es nicht weg – nach dem Motto: „Stellt Euch nicht so an; es ist nur halb so schlimm!“ Nein, das tut Jesus nicht. Denn er weiß: Es gibt sehr viel Schlimmes in unserer Welt. Das schreit zum Himmel! Das dürfen und sollen wir nicht weg reden. Jesus tut es auch nicht. Aber er stellt unserer Traurigkeit eine hoffnungsvolle Aussicht – mehr noch: eine hoffnungs-volle Verwandlung entgegen: Freude!
Wie können wir uns das vorstellen?

Jesus selbst gebraucht gleich im Anschluss an diese Worte ein Bild: „Es ist wie bei einer Frau: Sie leidet unter Schmerzen, wenn sie ein Kind zur Welt bringt ... Aber wenn das Kind geboren ist, denkt sie nicht mehr an den Schmerz. Sie freut sich nur noch ...“ (Joh. 16,21)
Als 4-facher Vater kenne ich zwar die Schmerzen nicht, die eine Frau bei der Geburt durchmacht. Aber ich habe es jedes Mal bei meiner Frau erlebt, wie die Freude über das neue Leben die Schmerzen der Geburt fast vergessen ließ. Bei jeder neuen Schwangerschaft stand ihr nicht die schmerzvolle Geburt vor Augen, sondern die Freude über das Geschenk neuen Lebens! Wie groß diese Freude ist, zeigt sich darin, dass sie immer noch nicht genug hat ...

Wie sich der Schmerz einer Geburt in Freude verwandelt, so soll sich unsere Traurigkeit in Freude verwandeln. Wann und Wie das sein wird, wissen wir nicht. Aber ´dass´ es sein wird, verspricht uns Jesus als der Gekreuzigte und Auferstandene. Manchmal können wir es in dieser Welt sogar schon erleben, wie Gott plötzlich und unerwartet Traurigkeit in Freude verwandelt. Aber längst nicht immer … Und selbst dann gilt sein Versprechen. Denn spätestens wenn sich das Geschenk des neuen, ewigen Lebens auch für uns sichtbar erfüllt, muss alle Traurigkeit der Freude weichen. So herrlich wird es sein … Für diese Hoffnung ist Jesus gestor-ben und auferstanden! Darum:
Ein gesegnetes Osterfest.


Ihr Samuel Liebmann