Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Herzlich grüße ich Sie mit einem Motiv zur Jahreslosung 2015 von Stefanie Bahlinger und Gedanken dazu von Renate Karnstein (www.verlagambirnbach.de). Dass dieses Bibelwort uns begleitet und uns im „Alltagskampf“ Wegweiser zum Lob Gottes sein darf, das wünsche ich uns allen,
Ihr Samuel Liebmann

„ … Die Künstlerin Stefanie Bahlinger stellt die Jahreslosung in einem Flickenteppich dar. Stücke aus unterschiedlichem Material sind zusammengenäht. Es gibt Teile mit ähnlichen Farben und Mustern – jedoch gleicht keines dem anderen. Manche Stoffe wirken zart, fast durchscheinend, andere eher grob und fest. Die einen sind filigran gemustert, andere einfacher „gestrickt“. Abstrakte und verspielte Muster wechseln sich ab. So bunt kann und soll die Gemeinschaft von Christen aussehen. Das Reich Gottes ist keine Monokultur und übersteigt unseren begrenzten Horizont! Es gibt Felder mit aufgedruckten Worten in unterschiedlichen Sprachen und Schriften. Damit weitet die Künstlerin unseren Blick für die Gemeinschaft von Christinnen und Christen in aller Welt, die weltweite Ökumene. Längs- und Quernähte verbinden die einzelnen Elemente. Einige verlaufen schief und krumm. Trotzdem verbinden sie und erscheinen im Gesamtbild als Kreuze.
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat. Das ist mehr als Toleranz um ihrer selbst willen. Mehr als ein alle Unterschiedlichkeiten umspannendes Wirgefühl. Weil eben nicht alles gut wird, so sehr wir Menschen auch darum bemüht sind. Was uns von Gott und einander trennt, trug Jesus ans Kreuz. Er heilt uns und unser verletztes Miteinander. Da spielt es keine Rolle, wer die Starken und wer die Schwachen sind. Welche Tradition wir im Gepäck oder welchen „christlichen Stammbaum“ wir haben, …
Wie Christus euch angenommen hat. Immer wieder überraschend, oft Grund zur Empörung, mit wem Jesus Tischgemeinschaft hatte! Bei ihm gibt es keine geschlossene Gesellschaft. Jesus lädt ein in eine lebendige Gemeinschaft. Sie ist nichts Statisches, ein für allemal Gepachtetes, Fertiges. Die Enden des Flickenteppichs sind lose und offen mit vielen Anknüpfungspunkten. Kirche bleibt Stückwerk wie der Flickenteppich in der Grafik. Und trotzdem ist sie in den Augen Gottes von unschätzbarem Wert. Wie Christinnen und Christen leben, ist nicht egal oder beliebig. Auch nicht ihr Miteinander. Ihr Leben und Miteinander sollen nur einem dienen: dem Lob Gottes. Das verleiht ihnen eine Würde, an die nicht nur die Christen in Rom immer wieder erinnert werden müssen. ...
Schwebt da etwa ein Heiligenschein über dem Flickenteppich? Oder geht er von ihm aus? Wir glänzen gerne mit wachsenden Gemeinden, phantasievollen Gottesdiensten, schönen Liturgien, anspruchsvoller Musik. Doch sie dienen nicht automatisch dem Lob Gottes. Wie wir miteinander umgehen, ob Christus die Nahtstelle zwischen uns ist, das macht echten „Glanz“ aus. Lob Gottes ist eine Lebensaufgabe, ein Lebensstil. Letztlich geht es darum, ob unser Leben und Miteinander über uns selbst hinausweisen auf den hin, der dem Flickenteppich den Glanz verleiht. Wir sind Teil von Gottes Herrlichkeit. Ihr Glanz liegt über dem Stückwerk unseres Lebens und Miteinanders. ...
Der leuchtende Kreis lädt dazu ein, anzuknüpfen, sich einzubringen, seinen Platz zu entdecken. Gemeinde Jesu kann so zu einem Ort werden, an dem ich mich wohl fühle. Weil ER den Flickenteppich zusammenhält.“


Ihr Samuel Liebmann