Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Was für ein Bekenntnis über Jesus! Viele von uns würden es genau so nachsprechen und wünschten sich, dass es noch viel mehr so sagen können: Jesus Christus ist Gottes Sohn!
Und warum glauben wir das?
Die Antworten wären sicherlich sehr verschieden. Mancher würde sagen: „Seine Worte haben mich so angesprochen, dass sie mich gepackt haben!“ Andere würden bekennen: „Jesus hat mich „gesund“ gemacht hat und ein neues Leben geschenkt“. Wieder andere würden die Liebe Gottes betonen, die sie im Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus entdecken …
Alles gute Gründe, warum Menschen glauben, dass Jesus „Gottes Sohn“ (gewesen) ist.
Das Besondere und Einzigartige dieses Bekenntnisses hier ist jedoch, dass es nicht von einem Frommen, sondern von einem römischen Hauptmann ausgesprochen wird. Und das nicht, weil er gerade ein großes Wunder erlebt hat, oder besondere göttliche Kräfte ihn „verzückt“ haben … Nein, nichts von alldem!
Was er vor Augen hat, ist alles andere als ein Hingucker. Es ist geradezu abstoßend. Da möchte man wegsehen. Er steht nämlich ganz nah unter dem Kreuz von Jesus und soll die ganze Situation bewachen. Dabei sieht er einen blutigen Mann am Kreuz hängen und sterben. Wehrlos, kraftlos, … wie ein Verbrecher hingerichtet. Allein und ohne Hilfe. Auch seine Freunde, die Jünger, sind weit weg. Von einem Petrus z.B. hört und liest man hier nichts, obwohl gerade er in „besseren Zeiten“ es mal ganz ähnlich bekannt hat: „Jesus, Du bist der Christus, der Heilige Gottes!“ Aber jetzt scheinen sie es selber nicht mehr zu glauben. Und auch Gott scheint Jesus verlassen zu haben. Was aber bringt diesen römischen Hauptmann dazu, ausgerechnet in dieser „gottverlassenen“ Situation solch ein Bekenntnis auszusprechen?
Ist es das Erdbeben, das zur Todesstunde die Welt erschüttert? Aber auch das muss erst mal als göttliches Zeichen über den so gottlos erscheinenden Ereignissen erkannt werden.
Gott selbst scheint sich hier dieses Mannes zu bedienen, dass ausgerechnet über aller menschlichen Dunkelheit Gottes Nahesein in Jesus Christus bekannt wird. Kein Mensch wäre von sich aus darauf gekommen. Was wie ein Sieg der gottlosen Welt aussieht, ist doch in Wahrheit der Sieg der Liebe Gottes über alle Welt!
Dass auch wir Gottes große Liebe zu uns gerade in dem gekreuzigten und dann auch auferstandenen Jesus Christus (neu) entdecken, ist mein Wunsch und Gebet.


Ihr Samuel Liebmann