Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Monatsspruch Dezember: (Jesaja 49,13)
Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Die „dunkle Jahreszeit“ ist in diesem Jahr besonders dunkel. Nach „Jauchzen“ und Freude ist einem da nicht wirklich zu Mute. Ich weiß von vielen, die in diesem Jahr ein besonderes Päckchen an Last und Leid zu tragen haben. Aber auch die Medien bringen uns in diesen Tagen eine Menge Not und Elend, Krieg und Terror aus der nahen und fernen Welt in unsere Häuser. In diesem Jahr kommt das alles irgendwie besonders nahe, so dass Angst und Schrecken in einer Weise um sich greifen, wie es schon lange nicht mehr da war. Trotzdem ist es wichtig, dass wir die Augen vor dem, was in der Welt los ist, nicht verschließen. Wir müssen sie sehen und aushalten wie sie ist. Gleichzeitig – und das ist die viel wichtigere Frage – müssen wir auch wissen: Wohin mit der Angst? Wohin mit dem lähmenden Gefühl der Unsicherheit und Ohnmacht: Wie soll das nur weitergehen? Wo sind Lösungen und Auswege aus der Krise zu finden? Keiner kann zur Zeit dazu wirklich was sagen, worauf wir hoffen und bauen können ...
Und in all diese bedrückenden Fragen und das große Elend hinein kommt „alle Jahre wieder“ die Advents- und Weihnachtszeit. Die Frage ist: Wie kommt sie bei uns an und wie gehen wir darauf zu? Erleben wir sie als eine Zeit der Ablenkung von all dem, was uns sonst zu schaffen macht? Oder ziehen wir uns zurück und versuchen eine kleine, gemütliche (Neben-) Welt aufzubauen, um ein bisschen Frieden und Geborgenheit mit den Nächsten um uns herum zu bewahren – was aber, wenn „Krieg“ und Unfriede bereits durch unsere Familien und Häuser geht …?
Wir dürfen nicht vergessen: Weihnachten ist kein Märchen, keine schöne Geschichte aus alter Zeit für eine besondere Stimmung! Weihnachten ist eine Realität und Tatsache! Weihnachten ist wirklich passiert – mitten in dieser Welt. Und die Zeit damals war alles andere als heimelig und schön – wie heute auch. Und trotzdem – oder gerade deswegen ist Weihnachten passiert! Gott ist in Jesus zu uns gekommen. Er hat „sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden“. Diese alten Worte, die sogar weit vor dem Weihnachtsgeschehen gesagt wurden, bringen auf den Punkt, warum wir Weihnachten feiern. Gott ist gekommen … d.h. jetzt ist er da! Und das nicht nur für „sein Volk“, sondern für alle Welt: Die große Freude, von der die Engel den Hirten erzählt haben, wird „allem Volk widerfahren“. Alle, die sich dieser Zusage nähern – vielleicht mit großem Zweifel, aber doch auch mit einem Fünkchen Hoffnung, dürfen Gottes Trost und Halt, seinen Frieden und Hilfe erfahren. Gerade für die „Elenden“ soll es Weihnachten werden … Gott sei Dank! In diesem Sinne wünsche ich besonders dieses Jahr: Eine frohe und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit
Ihr Samuel Liebmann


Ihr Samuel Liebmann