Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Herzlich grüße ich Sie mit der Jahreslosung 2016 zum neuen Jahr und wünsche Ihnen mit der Zusage von Gottes Trost und Segen ein gutes, getrostes und zuversichtliches neues Jahr! Gerade in all den Herausforderungen und Spannungen vor denen jeder persönlich, aber auch unser Land und unsere Welt stehen, ist es wichtig, die Quelle der Kraft, der Zuversicht und des Trostes zu kennen, die mehr ist als ein Trost-Pflaster oder billiges Ver-Trösten. Die Künstlerin Stefanie Bahlinger malt uns Gottes Trost vor Augen. Renate Karnstein (www.verlagambirnbach.de) hat es kommentiert. Hören, bzw. lesen Sie selbst damit Gottes Trösten uns zu Herzen geht.
Ihr Samuel Liebmann

„Das Schluchzen eines Kindes kann sich schnell in Lachen verwandeln, wenn es die Mutter oder der Vater tröstend in die Arme nimmt. Es atmet auf, kommt zur Ruhe und springt wieder fröhlich vom Arm. Dieses Bild habe ich vor Augen, wenn Gott verspricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. … Gott sieht die zerbrochenen Herzen und Hoffnungen. Er nimmt Elend und Scheitern seiner Kinder ernst und macht sie zu seiner eigenen Sache. Wie eine Mutter erbarmt er sich ihrer. – Dieser Vergleich ist einmalig und beschreibt eine besonders innige Seite Gottes, die weit über liebevolle Worte und Gesten hinausgeht:Trost ist ein umfassendes Geschehen. Zum einen befreiend: Getröstete bekommen wieder Luft zum Atmen. Zum anderen gibt Trost wieder Grund unter die Füße. Letztlich geht es um Fragen wie: Wer gibt mir Halt? Was trägt mich im Leben und im Sterben? Wie kann ich getrost leben - gehalten und frei? … Beides finde ich in der Grafik. Zwei Kreise überschneiden sich: einer ist nach links unten, der andere nach rechts oben gerichtet. Ihre Schnittmenge, als goldene Ellipse hervorgehoben, ist leuchtende Mitte des ganzen Bildes. Sie liegt wie eine Diagonale zwischen zwei schemenhaften Figuren. Beide zusammen vergegenwärtigen Seiten von Gottes umfassendem Trost.
Die eine beugt sich nach links unten und umarmt eine große dunkle Fläche. Gott selber ist der Tröstende. Er sieht die lebensbedrohliche Not. Auch bei mir entdecke ich dunkle Ecken. … All das wird umfangen von warmem, glühendem Rot. Es sieht aus wie ein „Backofen voller Liebe“, mit dem Martin Luther Gottes Zuwendung zu uns Menschen umschreibt.
Die zweite, fast spiegelbildlich nach oben rechts gerichtete, Figur zeigt die andere Seite von Gottes Trost. Sie hat mehr Leichtigkeit. Gottes Trost befreit und entlässt in die Weite. Er heilt und erneuert die zerstörte Gemeinschaft mit seinem Volk und eröffnet ihm neue Perspektiven.
Getröstete Menschen geraten in Bewegung. Innerlich und äußerlich. Die Flügel erinnern an den Heiligen Geist, oft als Taube dargestellt. … Die sich überschneidenden Kreise bilden als Ganzes ein Kreuz ... Das dunkle Loch des Todes wird überstrahlt vom Gold der Verheißung. Jesus hat am Kreuz alle dunklen Mächte der Welt und in meinem Leben besiegt. Auch den Tod. Seine Auferstehung lässt mich hoffen …
Wenn ich ihn beim Wort nehme, werden sich mir neue Horizonte auftun. Für mein eigenes Leben und für Menschen, die sich nach Trost sehnen. Wie die goldenen Punkte und Striche, die die Künstlerin über ihre Grafik verteilt, kann sich Trost ausbreiten im Hier und Jetzt. … Die goldene Ellipse, Zeichen für den umfassenden Trost Gottes, ist wie ein Auge: Gott sieht mich … und wie eine Kompassnadel, die mich immer wieder auf ihn ausrichtet. Damit ich erkenne: mit ihm bin ich ganz bei Trost.
Samuel Liebmann


Ihr Samuel Liebmann