Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Monatsspruch August:
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein. (Apostelgeschichte 26,22)


Sommerzeit ist Ferien- und Urlaubszeit. Viele verreisen oder gönnen sich anderweitig Ruhe und schalten einen Gang zurück. Sommerzeit bedeutet auch, Zeit für Menschen und Beziehungen zu haben, die im Alltagstrubel leicht in die 2. Reihe rutschen, obwohl gerade sie es sind, die uns Halt und Kraft geben. So bekommt die Sommerzeit einen ganz besonderen Wert: Innehalten und sich auf das zu besinnen, wovon wir im Leben wirklich zehren. Das sind nicht nur die leuchtenden Blütenfarben des Frühlings, auch nicht die dicken Früchte des Herbstes. Vielmehr sind es viele kleine Blüten und Beeren, die den Sommer ausmachen. Ist das nicht auch ein Bild für unser Leben? Die Sommerzeit lädt ein, uns Zeit zu nehmen für die oft eher unscheinbaren, „kleinen“ Dinge des Lebens, die es in sich haben. Denn sie sind es, die unser Leben reich und „reif“ machen.
Der Monatsspruch hat ganz viel von einem solchen Innehalten und sich Besinnen auf das Wesentliche. Er ist ein kleiner Auszug aus der bewegenden Rede, die Paulus vor dem König Agrippa hält. Dieser will wissen, was man Paulus vorwirft und warum man ihn so hart beschuldigt. Paulus darf für sich selbst sprechen und erzählt von der Hoffnung, die Jesus in seinem Leben entfacht hat, und warum er so leidenschaftlich für diesen Jesus unterwegs ist und es nicht lassen kann, von ihm zu erzählen. Dieser Eifer für Jesus hat ihm immer wieder Ärger und Streit gebracht und ihn in echte Lebensgefahr geführt. Trotzdem kann er am Ende vor allem bezeugen: „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag ...“ Und es sind nicht nur die 5 oder 6 ganz besonderen Momente, in denen er Gottes Hilfe erlebt hat, sondern die vielen kleinen, alltäglichen Situationen, die ihm geholfen haben durchzuhalten und nicht aufzugeben. Was für ein Lebenszeugnis! Hier bezeugt und bekennt jemand die Beziehung, aus der er jeden Tag neu Kraft und Hilfe geschöpft hat und sein Leben zu dem gemacht hat, was es war: Ein beeindruckendes Zeugnis für Gottes ganz konkrete, alltägliche Hilfe und Treue, Liebe und Erbarmen!
Wir sind nicht „Paulus“ - müssen wir auch nicht sein. Aber der Gott, der Paulus seine Hilfe erfahren ließ, ER ist derselbe, damals wie heute. Seine Hilfe hat ER auch uns zugesagt.
Ich wünsche uns eine Sommerzeit, in der auch wir dankbar Gottes Hilfe in unserem Alltag und Leben neu entdecken, um so gestärkt und mit neuer Zuversicht nach dem Sommer wieder in den Alltag zurück zu kehren.


Ihr Samuel Liebmann