Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Zeit an Gott zu denken

Die Ampel schaltet auf rot. Wie ärgerlich! Gerade jetzt, wo man es eilig hat. Doch da fällt der Blick auf eine Plakatwand. Mitten zwischen der Werbung für
alles Mögliche steht das Wort ´Gott´ und kreuzweise ist zu lesen: ´Zeit an Gott zu denken´.

Merkwürdig! Jetzt dreißig Sekunden Zeit für einen Dank an Gott oder für eine Bitte. Warum nicht? Das ist nicht viel, aber vielleicht doch besser als zu meinen: An Gott zu denken, das hat noch Zeit. Denn keiner weiß, wieviel er noch hat.

Der Satz ´Zeit an Gott zu denken´, - auf vielen Plakaten in die Werbung einer norddeutschen Großstadt gestreut -, hat von seinem Ursprung her noch eine andere Dringlichkeit: ´Genug vom Menschen geredet. Es wird Zeit, an Gott zu denken´. Der sowjetische Schriftsteller Abram Terz (Sinjawski), zu vielen Jahren Zwangsarbeit verurteilt, hat ihn in seinen „Gedanken hinter Gittern" festgehalten.

´Genug vom Menschen geredet´, will er damit sagen: Wir sollten aufhören, uns als Mitte und Maß aller Dinge zu verstehen? Nicht von ungefähr werfen östliche Autoren schon seit Jahren die Gottesfrage auf. Die Wege der Gottlosigkeit, zu Ende gegangen, führen in selbstmörderische Abgründe. Der Mensch, der die Verantwortung vor dem Unbedingten verweigert, gibt sich selbst auf. Eine Welt ohne Gott eröffnet apokalyptische Schrecken. Es geht ohne Gott in die Dunkelheit.


´Es wird Zeit, an Gott zu denken´, das meint sicher nicht, daß sich jeder seinen Gott ausdenken kann, wie er ihn gern haben möchte. Der könnte immer nur ein Götze sein. Davon gibt es schon zu viele. Es kann nur darum gehen, den einen Gott, wie er sich als der Schöpfer, Erlöser und Vollender der Welt offenbart hat, als Gott ernst zu nehmen. Es wird Zeit, das erste Gebot wieder gelten zu lassen. An Gott denken, kann heißen: Sich wieder daran erinnern, daß unser Leben seinen Grund und sein Ziel nicht in sich selbst hat. Die letzten Dinge sind für uns unverfügbar. Ein neues Denken könnte damit beginnen, Gott immer neu zu danken für alles, was wir ihm zu verdanken haben. Und die Welt würde anders werden! Denn er will nicht, dass wir zugrunde gehen.

Das Eigentliche der christlichen Botschaft aber ist dies: Gott hat uns nicht vergessen. Sein Denken und Handeln ist einzig ausgerichtet auf die Rettung der Welt. Dazu hat er seinen eigenen Sohn dahingegeben, ´damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben´ (Joh. 3,16).
Erhard Böttcher

Liebe Geschwister und Freunde!

Für die Ferien- und Urlaubszeit wün-sche ich Ihnen Gottes Geleit und gute Erholung. Herzlich danke ich allen Gäs-ten und Mitarbeitern, die für die nächste Zeit Dienste übernommen haben.

Gottes Segen wünscht


Uwe Stiller