Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde,

Jesus Christus spricht: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Lukas 12,15 (Monatsspruch September 2005)


Jesus kennt sich offensichtlich gut aus! Nicht: „er kannte“ sich gut aus. Wenn ich diesen Satz lese und zugleich in unsere Welt sehe, dann bin ich bestätigt. Jesus kennt sich gut aus! Seine Aussagen über das Leben der Menschen sind zu allen Zeiten gültig. Ob wir das nun glauben wollen oder nicht, es ist so.

Damals wie heute dreht sich so Vieles in unserem Leben um Besitz sowie materielle und finanzielle Versorgung oder Bedürfnisbefriedigung!
Dabei kommen immer die eigenen Interessen zuerst.

Im Abendprogramm ist das Tatmotiv vieler Krimimorde das „liebe Geld“ oder die Eifersucht. Ja, es gibt sogar Menschen, die andere Menschen besitzen wollen. Die Schlagzeilen der Nachrichten zeigen deutlich, wie egal vielen Menschen alles Andere ist, wenn es um die eigenen Interessen geht. Also macht es heute immer noch Sinn, den Worten Jesu Bedeutung zuzumessen.

Immerhin will er uns ja nicht um unser Leben betrügen. Zu viele Zeitgenossen befürchten einen Nachteil für ihr Leben, wenn sie sich dem christlichen Glauben zu sehr öffnen. Fakt ist aber, dass ein Leben ohne die christlichen Lebens- und Glaubenswerte „ärmer“ dran ist.

In unserem eigenen Land lässt sich das an den Trends sehr deutlich benennen. Wir tendieren hin zu einem Land mit Einzelhaushalten und stark abnehmender Bedeutung der Familie. Uns fehlen gemeinschaftliche Strukturen, in denen wir vertrauensvoll miteinander leben können.
Das eigene Recht geht vor den Interessen oder Nöten anderer.

Nun möchte ich auch bei weitem nicht einen Leser dieser Zeilen als habgierigen Menschen anklagen. Vielmehr möchte ich selbst diese durchaus warnenden und aufrüttelnden Worte Jesu nicht lässig abtun und leichtfertig übergehen. Denn Jesu Worte laden schließlich dazu ein, dass jeder Mensch, auch der weniger Begüterte, auf die fürsorgende
Begleitung Gottes vertraut, der genau weiß, wenn wir etwas wirklich benötigen.

Ein Gleichnis im Neuen Testament zeigt einen reichen Kornbauern, der sich volle Scheunen erarbeitet hatte und meinte, dass seine Seele nun Ruhe haben kann. In einer Nacht sprach Gott zu ihm:
„Du Narr“. Lassen wir uns also von den eigenen Interessen nicht zum Narren machen.

Gottes Segen wünscht


Uwe Stiller