Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

Das sind Worte von Jesus an seine Jünger in Johannes 14,1. Er wusste, welche Ereignisse sich anbahnten: Verrat im eigenen Kreis, seine Gefangennahme und Tod. Die Hoffnungen, die seine Jünger bei dem Einzug in Jerusalem gehabt hatten, sollten in diesen Tagen zusammen brechen. Angst wird ihr Handeln bestimmen.

Angst als Hauptmotiv für mein Handeln - kenne ich das?
Dabei muss es sich nicht immer um Todesängste handeln, wie die Jünger sie damals hatten. Es gibt auch Lebensängste. Die eine fürchtet den Verlust ihrer Freiheit. Sie traut sich nicht, feste Beziehungen ein zu gehen und Vertrauen zu schenken. Der andere hat Angst vor Zurückweisung und Einsamkeit. Er traut sich nicht, ‚nein‘ zu sagen. Die Angst davor, wertlos zu sein, treibt in Süchte, die betäuben, oder in den Versuch, durch Arbeit und Karriere dem Leben Wert zu geben. Jeder wird seine eigenen großen und kleinen Ängste kennen und wissen, wie mächtig sie sein können.
Jesus weiß das auch. Er weiß, dass wir in uns selber keinen Halt finden werden.

So ermutigt er seine Jünger von allem Sichtbaren von sich selber weg auf Gott zu blicken. Sie werden es erfahren: „Der Glaube beginnt erst da, wo aller Grund vorhanden scheint, ihn aufzugeben.“
Und wenn unser Herz heute erschrickt, sei es wegen der ‚kleinen‘ Herausforderungen des Alltags oder wegen großen Entscheidungen, dann dürfen wir uns an denselben Gott und damit Jesus wenden und mit ihm darüber reden.
Der Glaube an Jesus und die Beziehung zu ihm kann dann mein Handeln bestimmen.