Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Kennen Sie „Enigma“?
Die Enigma ist eine Rotor-Schlüsselmaschine, mit der im 2. Weltkrieg militärische Botschaften ver- und entschlüsselt wurden. Sie können sich vorstellen, welch große Bedeutung diese Maschine für den Kriegsverlauf hatte.
„Enigma“ gibt Rätsel auf. Die deutsche Übersetzung des griechischen Wortes meint ein undeutliches, dunkles Bild. In der Bibel kommt dieses Wort an einer Stelle vor, und zwar in dem oben genannten Vers.
Die Spiegel der damalitgen Zeit waren längst nicht so klar und deutlich wie die heutigen. Man fand in ihnen die Wirklichkeit nur sehr matt und schemenhaft dargestellt. Für Paulus ist dieser Spiegel ein Vergleich für all das, was wir in dieser Welt von Gott wissen, sagen und erfahren können. Im Vergleich zu dem, wie er wirklich ist und wie es einmal sein wird, wenn wir ihn „von Angesicht zu Angesicht“ sehen werden“, muss man sagen: Alle unsere Gotteserkenntnis und -erfahrung ist und bleibt doch nur undeutlich, manchmal auch rätselhaft, eben „Stückwerk“. Sie zielen auf den Tag der unmittelbaren Gottesschau und Gottesbegegnung, um zu erkennen, wie er wirklich ist.

Auch die Bilder der Ausstellungsreihe „Enigma“ des Flensburger Künstlers Uwe Appold (bis zum 27.2. bei uns) geben uns als Betrachter Rätsel auf! Sie mögen uns undeutlich erscheinen, vielleicht auch befremdlich. Wir erkennen nicht sofort, worum es geht. Eine Fotografie wäre da ganz anders.
Beim Nachdenken über diese Ausstellung mit ihrem „rätselhaften Thema“ habe ich eine Parallele entdeckt:
Vielen ergeht es ähnlich mit der Bibel, ja mit Gott selbst. Keiner von uns hat ein Foto, ein klares, deutliches Bild von Gott! Mit dieser Ausstellung werden wir erinnert und eingeladen, dass sich diese Bilder einem nur beim Verweilen und intensiven Betrachten erschließen können. Und zum anderen brauchen wir Entschlüsselungshilfen, um einen Zugang zu dem zu finden, was in den Bildern lebt. Was bedeuten z.B. die Farben, was bedeutet ein Kreis, ein Viereck usw. in der malerischen Form - und Farbsymbolik.

So ergeht es uns auch mit der Gotteserkenntnis. Um Gott heute schon zu erkennen, wie er ist, auch dazu brauchen wir ein Verweilen vor Gott und seinem Wort. Und wir brauchen einen Zugang zu ihm, den wir uns selbst nicht gegeben können.
Gott sei Dank hat ER uns diesen Schlüssel für ein helleres und klares Bild von ihm gegeben: Jesus Christus. Wer Jesus ansieht, sieht in Gottes Angesicht – und noch tiefer. In Jesus sehen wir in Gottes Herz, seine menschgewordene Liebe zu uns, die über allem Rätselhaften unseres Lebens und auch über allem uns (noch) verschlossen Bleibendem von Gott hell aufleuchtet! Jesus, die Liebe Gottes in Person, ist der Schlüssel zu Gott.
Übrigens: „Der Schlüssel zum Herzen der Menschen wird (auch) nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“ (Hermann Bezzel)
Ich wünsche uns allen eine belebende und erhellende Zeit mit dieser Ausstellung.

Ihr Samuel Liebmann

Und nicht vergessen: Die zweite Hälfte der Ausstellung steht in der Kath. Pfarrgemeinde St. Marien. Um das ganze Bild zu sehen, braucht es den Gang vom Südergraben in den Nordergraben ...


Ihr Samuel Liebmann