Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Ein Abschied, was bedeutet das? Ist es das Ende oder der Anfang? Ende meines FSJ oder der Anfang meines Lebens als Student? Auch wenn mein Studium ja noch nicht begonnen hat.
Auch der Elisa wird sich das gefragt haben. Lange Zeit ist er nun schon der Schüler von Elia, dem einen Propheten der quasi im Alleingang das Volk Israel aus der Hand eines Baalkults befreit hat.
Und dann eines Tages erfahren irgendwie alle, dass der Herr vorhat, Elia zu sich zu rufen. Und Elia macht sich auf den Weg, begleitet zunächst nur von Elisa. Dreimal fragt der große Prophet seinen Schüler ob er nicht lieber dableiben und sich Ausruhen wolle. „Nein, so gewiss der Herr lebt, ich verlass dich nicht.“ So darf er mit gehen und Zeuge eines einzigartigen Anblicks werden. (nachzulesen in 2. Könige 2)
Was ist ein Abschied? Elisa wird Zeuge, wie Elia von einem Wirbelsturm und einem Wagen aus Feuer in den Himmel geholt wird. Ist das ein Ende oder ein Anfang? Das Ende Elisas kann es doch nicht sein. Und Elia wird in den Himmel geholt. Schwer vorstellbar, dass das ein Ende sein soll. Und ein so großer Anfang ist es auch nicht, denn Elisa wird immer im Schatten seines ehemaligen Mentors stehen.

Ich würde sagen: Es geht weiter. Etwas geht zur Neige, etwas anderes wird neu. Aber viele Dinge bleiben gleich. Gott zum Beispiel. Er bleibt Derselbe bis in Ewigkeit.
Elisa bekommt zum Abschluss einen Teil der Macht, die Gott ursprünglich Elia gegeben hat. Er geht nicht Elias Weg. Er geht seinen eigenen Weg mit Gott.
Meine Zeit in Flensburg ist zu Ende. Aber ich gehe nicht, ohne dass ich beschenkt wurde. Die Erfahrungen, die ich machen, die Menschen die ich kennen lernen und die Verantwortung, die ich tragen durfte, haben mich verändert.
Ich denke, das ist es, worum es bei einem Abschied geht. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Mensch umzieht, ein Besuch sich dem Ende neigt oder ein geliebter Mensch von uns geht. Dankbarkeit für das, was war und Hoffnung für das, was kommt.
Ich bin dankbar für den Teenkreis, Mittendrin, Gottesdienst, Mitarbeiterforum, die vielen Bibelkreise und das lebendige Miteinander in der Gemeinde. Dankbar den Menschen hier, aber vor allen Dingen Gott, dem Herrn, der dies alles erst ermöglicht hat.

Herzliche Grüße


Karsten Schubert, FSJ-ler