Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Siehe, Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer.

(Sacharja 9,9)

Sie ist wieder da. Sie ist angekommen, die schöne, mit ihren Lichtern und Düften geprägte Adventszeit. Und wenn ich sage „angekommen“, dann bin ich mitten im Thema des Advents. Advent heißt: Ankunft, bzw. Ankommen!

Aber während für viele die besondere, stimmungsvolle Zeit dabei vor Augen ist, geht es in Wahrheit nicht um eine „Zeit“, die angekommen ist, sondern um eine Person! Die alttestamentlichen Verheißungen sprechen von einem König, genauer gesagt, von „Deinem“ König, der „zu Dir“ kommt und bei Dir und mir persönlich ankommen will. In Jesus, dem Kind in der Krippe, dem „Mann der tausend Wunder“ und großen Worte, dem Mann, der am Kreuz gestorben und nach drei Tagen auferstanden ist, … in diesem Jesus von Nazareth haben sich die alten Verheißungen erfüllt. ER ist dieser König, der Christus (= Gesalbte).

Für viele Zeitgenossen ist die Vorstellung von Gott, bzw. Jesus als König nicht sehr einladend. Es gibt einfach zu viele Negativ-Beispiele von Königen, die ihre Macht missbraucht und ihre Herrschaft nicht „zum Wohl des Volkes“ ausgeübt haben.

Gott ist anders. Das wirklich Große und Königliche an Gott ist, dass er klein und menschlich wurde. Gott ist darin der Größte, dass er uns nicht allein gelassen und vergessen hat, sondern uns in Jesus Christus gesucht, geliebt, gelöst und befreit hat.

Das ist die Botschaft des Advents, wenn es heißt: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer!“
Sein Königtum ist die Macht der Liebe. Seine Herrschaft ist nicht auf Waffen und Gewalt, sondern auf Hingabe und Opfer gegründet. Dieser König möchte uns einhüllen in den Mantel seiner Barmherzigkeit, möchte uns schmücken mit den Kleidern der Freude. Wenn wir über dem Kommen Jesu in unser Leben, über dem Zuspruch seiner Hilfe froh und geborgen werden, können wir königlich gelassen sein. Königlich gelassen in der Kleidung von Gott mitten im Trubel einer Adventszeit, mitten in den Wirren des Lebens und den Ängsten der Welt.

Die Adventszeit lädt ein, uns auf das Kommen von Jesus zu besinnen, unser Leben aufzuschließen und den König Jesus mit seiner Hilfe hereinbitten. Und indem wir den König empfangen, werden wir auch königlich gelassen. Denn er hat unser Leben in der Hand, die Vergangenheit, die uns noch Not bereitet, den heutigen Tag, der uns herausfordert, und die Zukunft, vor der wir uns sorgenvoll ängstigen. Königlich gelassen sind wir bei Jesus.

„O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.“ (Georg Weißel)

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine frohmachende und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, in der auch „Dein König“ „bei Dir“ ankommen kann,


Ihr Samuel Liebmann