Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Die Zeit der Opfer sind für uns Christen seit Jesus vorbei – Gott sei Dank! Die Vorstellung der alttestamentlichen Opferbräuche löst keine guten „Gefühle“ aus. Wie kann man so etwas „gern und reichlich“ tun?
Wenn ich mich allerdings so umsehe und auch auf mein Leben schaue, dann habe ich den Eindruck: So weit weg scheint die Zeit der Opfer gar nicht! Natürlich opfern wir keine Tiere. Aber gibt es nicht auch unter uns Dinge, ein Hobby, eine Leidenschaft oder auch Menschen, für die jeder von uns bereit ist, (viel) Zeit und Geld und manchmal auch seine Gesundheit zu „opfern“, mindestens aber aufs Spiel zu setzen? Und längst nicht jedes Opfer fällt uns dabei wirklich schwer – einfach, weil uns die Sache, das Hobby oder der Mensch den Aufwand und Preis wert ist! Opfer müssen nicht weh tun. Die Sache, für die wir das Opfer bringen, muss uns aber den Preis wert sein! Dann können auch wir „gern und reichlich“ opfern.
So weit weg ist das Thema „Opfer“ also gar nicht. Eine wichtige Frage ist aber: Wofür opfere ich (mich)? Welche Sache, welcher Mensch ist mir den Preis wert?
Manchmal droht der Preis aber zu kippen. Dann nimmt das Opfer eine Größe ein, unter der Wesentliches zu leiden anfängt: Gesundheit, Familie …
Dann wird es ungesund!
Auch unter Christen kann das kippen! Und ich glaube: Gerade unter Christen ist das ein Thema! Und es ist wichtig, ein gesundes Maß im Blick zu behalten und das Gute nicht zu übertreiben.
Der Monatsspruch weckt darum – gerade unter uns Christen - die Frage: Um wessen Ehre geht es uns wirklich – auch bei allem großzügigen Opfer?
Verbirgt sich dahinter nicht vielleicht doch ein ganzes Stück Eigeninteresse und eigene Ehre?
Neben der ersten Frage nach dem „Wofür“ halte ich diese für ganz entscheidend. Denn sie ist zugleich eine Frage, an der ich zu einem gesunden Maß meiner „Opfer“ (zurück) kommen kann. Denn bei allen Opfer geht es immer um Gottes Ehre!
Wenn ich z.B. feststellen sollte, dass ich für alles andere Zeit und Geld und Kraft und … habe, nur für Gott und seine Sache kaum bis gar nicht, dann wird die Frage laut: Welchen Stellenwert hat Gott wirklich in meinem Leben? Und kann ich noch glauben, dass Gott reichlich Segen zurück schenkt, wenn ich ihm einen Teil (den Zehnten?) an Geld und Zeit zurück gebe – nicht weil Gott gierig ist, sondern weil ich nicht vergessen soll, dass ich ihm letztlich alles verdanke!

Wenn ich dagegen zu denen gehöre, die kaum eine Grenze in ihrer Opferbereitschaft kennen, muss ich mich anfragen lasse: Ehre ich noch Gott mit meinem Leben, bzw. mit meinem Opfer, wenn andere, zentrale Bereiche meines Lebens wie Familie und Gesundheit darüber vernachlässigt werden? Das kann Gott nicht gefallen! Und auch nicht, wenn ich nicht (mehr) fröhlich geben kann.

Ein nachdenkenswertes Wort zum Erntedankfest …
Gott segne Ihr „Opfer“ in jeglicher Hinsicht,


Ihr Samuel Liebmann