Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Weihnachten nach Hause kommen …
wer wünscht sich das nicht! Keiner will
doch wirklich Weihnachten alleine sein,
irgendwo in der Fremde. Selbst das
Feiern mit Freunden gehört nicht zu
Weihnachten. Das machen wir gerne
Silvester. Aber Weihnachten wollen wir
möglichst nach Hause, zur Familie, in
vertrauter Umgebung sein mit ihren
vertrauten Abläufen. Der Liedersänger
Chris Rea spricht mit seinem Lied
„Driving home for christmas“ den
meisten Menschen aus dem Herzen.
Nach Hause kommen … hinter diesen
Worten verbirgt sich aber noch mehr als
„nur“ äußerlich an einen bestimmten Ort
und zu bestimmten Personen zu
kommen. Hinter diesen Worten steckt
eine große Sehnsucht nach Ankommen
und Angenommen sein, nach Ruhe und
Frieden, nach Liebe und Geborgenheit.
Gerade das sind die Dinge, auf die wir
uns zu Weihnachten besonders
besinnen und nach denen wir uns
sehnen, - oder soll ich lieber sagen, die
viele Menschen besonders zu
Weihnachten vermissen?
Ich hoffe und wünsche Ihnen, dass Sie
ein solches Zuhause haben und ein
solches „Zuhause sein“ mit Ihrer Familie
erleben können – auch dieses Jahr
wieder! Aber es gibt zu viele Menschen,
die das nicht haben. Und gerade zu
Weihnachten, dem „Fest der Liebe“
kann einem dieses Fehlen besonders
schmerzhaft bewusst werden! Aus
Weihnachts-Lust und -Freude wird
Weihnachts-Frust und -Enttäuschung.
Und was ist dann mit dem „Driving home
for christmas ...“? Muss Weihnachten
dann „ausfallen“?
Nein, sondern dann feiern wir
Weihnachten erst recht!
Gott sei Dank ist Weihnachten mehr als
ein (mehr oder weniger) schönes Fest
Zuhause mit meiner Familie!
Wir feiern Weihnachten, gerade weil ein
solches Zuhause so zerbrechlich und
bedroht ist – auch in den besten
Familien. Wir feiern Weihnachten,
gerade weil es in unserer Welt so wenig
von einem echten Zuhause gibt.
Aber wir feiern es nicht aus Trotz,
sondern mit einer lebendigen Hoffnung:
Gott selbst hat an jenem ersten
Weihnachtstag in Jesus sein
himmlisches Zuhause verlassen und ist
zu uns Menschen auf die Erde
gekommen. Gott hat es in seinem
herrlichen Zuhause nicht länger
ausgehalten, uns Menschen mit
unserem verlorenen Zuhause zu sehen.
Darum ist Gott in Jesus zu uns
gekommen, um uns Menschen sein
Zuhause zu schenken: Den Himmel! Um
nichts weniger geht es zu Weihnachten!
Nicht um Geschenke, die wir uns geben
oder sogar Gott machen sollten, sondern
um dieses Geschenk, das Gott uns zu
Weihnachten macht, indem ER Mensch
wird. Bei Jesus, dem Kind in der Krippe
und dem späteren Mann am Kreuz,
finden wir den „Ort“, wo wir wirklich
Zuhause sein dürfen. Wer zu IHM
kommt, kommt Weihnachten wirklich
nach Hause!
Eine schöne und gesegnete Adventsund
Weihnachtszeit, auch mit Ihrer
Familie, wünsche ich Ihnen,


Ihr Samuel Liebmann