Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Fühlen Sie sich frei?
Was soll die Frage, so werden einige zurückfragen. Wir leben doch in einem freien Land, sind freie Bürger und können uns frei bewegen. Wir können überall hinfahren und hinreisen, wohin wir wollen. Vielleicht durften Sie diese Reisefreiheit in den vergangenen Sommerwochen grad erst wieder genießen. Nur der Geldbeutel – und die Zeit? - setzten ihr Grenzen. Außerdem dürfen wir in einem Land leben, in dem Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Wahlfreiheit … herrschen. Was das für kostbare Schätze sind, wird uns spätestens dann neu bewusst, wenn die ältere Generation anfängt zu erzählen, oder wenn wir Nachrichten aus anderen Teilen dieser Erde hören.
Wir dürfen also viele Freiheiten genießen, die wir in diesen Tagen um das Erntedankfest dankbar Gott sagen dürfen.
Aber sind wir deswegen auch „frei“? Fühlen wir uns mit diesen Freiheiten auch automatisch „frei“?
Sehr schnell fällt uns ein, was unser Leben einengt; Grenzen, die wir trotz allen äußeren Freiheiten erleben... Oft sind es Grenzen, die wir innerlich erleben:
Mal sind es grüblerische Gedanken, mal Dinge, die nicht gut gelaufen sind, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen. Oder es sind Situationen, die ich „verbockt“ habe, sprich Schuld und Versagen, die uns den Frieden mit meinem Mitmenschen und mit mir selber rauben. Oder es ist der Ärger über das Versagen und Versäumen anderer …
Oder ich fühle mich im Alltag wie ein Getriebener, gefangen in meiner Arbeit, dem eigenen Anspruch oder dem der anderen ...
Wir merken: Freiheit kann ich nicht machen, sie ist ein Geschenk!
Und um wirklich „frei“ zu sein, braucht es mehr als nur äußere Freiheiten.
Es braucht einen, der mich immer wieder herausholt aus all dem, was mich gefangen nimmt.
Gott sei Dank überlässt ER uns nicht uns selbst mit unserer Unruhe, unserem Unfrieden und den Unfreiheiten. In Jesus ist Gott zu uns gekommen, hat sich für uns gefangen nehmen lassen, bis zum Tod. Aber er hat die Fesseln gesprengt, sogar die des Todes, um uns neues, befreites Leben zu schenken. Wo sein Geist ist, d.h. wo Jesus lebt und wir Jesus in unser Leben hineinnehmen, „da ist Freiheit“. So verspricht es uns Gottes Wort! Auch wenn Gottes Geist uns nicht von allen Zwängen befreit, so schenkt ER uns dennoch die Freiheit zu einem neuen, befreiten Leben. Mal ist es ein Friede und Zufriedensein trotz allem, mal die Kraft zur Vergebung, mal die Kraft zu seinen Fehlern zu stehen ...
Der Geist des Herrn schenke auch Ihnen immer wieder die Freiheit zu einem neuen Leben.

Herzliche Grüße


Ihr Samuel Liebmann