Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Jahreslosung 2017: Gott spricht: Ich schenke Euch ein neues Herz und legen einen neuen Geist in euch (Hesekiel 36,26)

Ganz herzlich grüße ich Sie/Euch mit der Jahreslosung und wünsche Ihnen ein gutes und gesegnetes „neues“ Jahr. Ja, das wäre doch was, wenn in diesem Jahr wirklich „Neues“ entstehen würde – nicht einfach Neues um des Neuen wegen, sondern „neu“ im Sinne von einem erneuerten, erfüllten, besseren, ja geheilten Lebens! Wahrscheinlich spüren wir alle: Für solch grundlegende Erneuerung unseres Lebens braucht es mehr als gute Vorsätze und einen starken Willen. Dafür müsste sich in uns grundlegendes verändern: Mein Herz! Das Bibelwort für das neue Jahr spricht von dem, der uns dieses große Geschenk machen will – und als unser Schöpfer auch die Kraft dazu hat.

Stefanie Bahlinger, die Künstlerin des Titelbildes, nimmt in ihrer Grafik dieses Schöpfungshandeln Gottes in den Blick.
Renate Karnstein schreibt dazu:

„Über ein dunkles, abgestorbenes Herz schiebt sich ein blutrotes, lebendiges Herz. Im Hintergrund entdecken wir eine Zielscheibe. Beide Herzen zielen darauf. Doch nur das rote trifft die goldene Mitte. Wer lässt sich schon gerne sagen, dass er am Ziel seines Lebens vorbeischießt? Ursache war zu Zeiten Hesekiels die Hartherzigkeit des Volkes Israel. ...

Von sich aus wird Gottes Volk es nicht schaffen, sein Volk zu sein: Ihn als seinen Gott zu erkennen. Das meint weit mehr, als seine Existenz nicht zu leugnen. Es geht um eine tiefe Beziehung, um ein Leben, das sich ganz auf sein Gegenüber einlässt und sich nach ihm ausrichtet. Gott schenkt seinem Volk das, was es für eine lebendige Beziehung braucht: ein neues Herz! ...

Worte voller Hoffnung. die aber zugleich signalisieren, dass das Volk sich nicht selber retten kann. Heißt das, dass ich mich selbst aufgeben muss, um vor Gott bestehen zu können? Das ist in der Tat eine Provokation - wenn ein Leben mit Gott eine umfassende Erneuerung meines Denkens, Fühlens, meines ganzen Lebensstils zur Folge hat. Eine Zumutung in einer Zeit, in der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit als die erstrebenswerten Ziele gelten. Um im Bild der Künstlerin zu bleiben: Sünde ist Zielverfehlung. Sie trennt uns von Gott und von Menschen. Doch wir tun uns heute schwer, von Schuld oder gar Sünde zu reden. Umso größer ist unsere Sehnsucht nach Veränderung und Heilsein. In der goldenen Mitte der Zielscheibe sehen wir ein Kreuz. Das ist der heilsame Ort, an dem sich Himmel und Erde, Gott und Mensch begegnen. In Jesus kommt er mir ganz nah. Nichts kann ihn daran hindern, immer wieder einen Neuanfang mit mir zu wagen. Mit dem Kreuz legt Gott selber den Grundstein für meine Umkehr und Verwandlung. Mehr noch: für die Neuschöpfung. Wenn ich das erkenne, bleibt nicht alles beim Alten. Das rote Herz streckt sich dem Licht entgegen, wächst in ein neues Leben hinein und wird überstrahlt vom goldenen Streif am rechten Rand. Gold steht für das Ziel meines Glaubens: ewig in der unmittelbaren Gegenwart Gottes zu leben. … Lasse ich mir ein neues Herz und seinen lebendigen Geist schenken - mit der Verheißung und dem Risiko, dass nichts so bleiben muss, wie es ist? Das Wagnis lohnt sich. Es kann mit einem Wort beginnen, dem ich meine Ohren und mein Herz öffne. Schon ein kleiner Stein zieht im Wasser weite Kreise. Wie auch die Linien um die goldene Mitte. Wenn ich mich darin verorte, erlebe ich Veränderung in den großen und kleinen Bereichen meines Lebens. Und darüber hinaus.“

In diesem Sinne wünsche ich uns ein gutes Jahr mit einem erneuerten Herzen!


Ihr Samuel Liebmann