Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Wie sicher ist das, was man glaubt? Wer sagt: „Ich glaube ...“ zeigt doch eine gewisse Unsicherheit an … Man weiß es eben nicht ganz genau … Darum sagt der Volksmund: Glauben heißt: Nicht wissen!
Ja, es stimmt: Was ich glaube, kann ich nicht beweisen. Ich kann z.B. nicht beweisen, dass es Gott gibt – das Gegenteil aber auch nicht. Ein gewisser Zweifel gehört zum Glauben immer mit dazu. Nicht umsonst heißt der zweifelnde Thomas in den Auferstehungs-berichten von Jesus „Zwilling“ - weil der Zweifel der Zwillingsbruder des Glaubens ist?!? Trotzdem ist und bleibt der Glaube nichts Unsicheres und immer Zweifelhaftes … Es ist ein großer Unterschied, ob ich sage: „Ich glaube, dass es Gott gibt“ oder ob ich sage: „Ich glaube an Gott“. An irgendetwas glaubt jeder Mensch. Der Glaube an etwas, bzw. an jemanden ist die Hoffnung, die uns antreibt und uns leben lässt. Sei es die Liebe eines Menschen, die Vernunft der Wissenschaft, Gott … oder auch nur, dass das entgegen kommende Auto auf der Bundes-straße auf seiner rechten Fahr-bahnseite bleibt … Damit der Glaube aber eine feste Zuversicht werden kann undt kein „blinder Glaube“ ist, braucht er An-Halts-punkte, an denen er sich festhalten und festmachen kann – wie ein Anker. Und wenn ich dann merke, der Glaube hält, was er verspricht, auch in den Stürmen, dann ist das eine gute Grundlage. Und wenn ich dann noch erlebe, dass es gar nicht mein Glaube ist, der mich hält, sondern dass ich gehalten werde durch den, an den ich glaube, dann wächst eine Gewissheit, die mir so schnell niemand nehmen kann. Da wird der Glaube zu einer „festen Zuversicht“ und „ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht“. Selbst wenn ich das, woran ich glaube, nicht beweisen kann, er gibt soviel Halt und Zuversicht. So ist es bei dem Gott, der uns in Jesus Christus sein Gesicht gezeigt hat. In ihm sehen wir seine große Liebe zu uns, die sogar für uns in den Tod geht. In ihm sehen wir die Kraft, die den Tod und alles Böse besiegt hat. Der Glaube an ihn schenkt neues Leben und macht lebendig, weil Jesus lebt – und durch den Glauben auch in uns! Er schenkt feste Zuversicht und nimmt den Zweifel. Beweisen kann ich es nicht, aber bezeugen!
Eine gesegnete (nach-)österliche Zeit,


Ihr Samuel Liebmann