Gemeinschaft in der ev. Kirche - Flensburg

Südergraben 28 | 24937 Flensburg | Prediger: Samuel Liebmann

Auf ein Wort

Liebe Geschwister und Freunde

Nach einem wunderschönen, langen Sommer, hat nun der Herbst Einzug gehalten. Eine schöne Zeit, denn Herbstzeit ist immer auch Erntezeit! Und dass wir auch in diesem Jahr trotz der langen Trockenheit, so viel ernten dürfen, ist wieder ein Geschenk. Sicherlich sind für die Bauern und Kleingärtner auch die Ernteausfälle spürbar. Aber von vielen habe ich auch von übervollen Apfel- und Birnbäumen gehört, an denen mehr Obst gereift ist als sie im wahrsten Sinne des Wortes „tragen“ können.
Freude und Dank sind die großen Worte, die den Herbst mit seinen bunten Farben und seiner Vielfalt an Ernte auszeichnen! Freude und Dank will der Herbst in uns wecken. Ich wünsche und hoffe, dass auch Sie viel Grund zum Danken haben und die Freude des Beschenktseins in diesen Tagen wieder neu entdecken können.
Um dankbar zu sein, braucht es nicht viel. Dankbarkeit ist eine Haltung, die das Leben mit allem was es uns bietet, als Geschenk erkennen lässt. Ein Geschenk, das mir anvertraut ist, das ich nicht gemacht oder verdient habe! Nichts ist selbstverständlich! Ein Seelsorger gab mir mal den Tipp: Um Dankbarkeit zu lernen, bzw. sie nicht zu verlieren, gehe immer wieder durchs Krankenhaus! - Sehr einfach, aber sehr wirkungsvoll! Dabei geht es nicht um das Vergleichen mit Menschen, denen es noch schlechter geht als mir, sondern um das Entdecken, dass nichts Selbstverständlich ist! Auch die Ernteausfälle in diesem Jahr erinnern uns, dass selbst in unseren Breitengraden die Ernte nicht selbstverständlich ist!
Und noch etwas hält mich in der Dankbarkeit: Wer Danke sagt, sagt dieses einem anderen. Der Dankbare weiß um einen Geber – den Geber aller guten Gaben: Gott selbst! Und um ihn nicht aus den Augen zu verlieren, auf den wir letztlich im Leben – und auch im Sterben angewiesen sind, ruft Gott uns in der Bibel zu einem besonderen „Brauch“ auf, dem Dankopfer!
Damit will Gott nicht unsere Freude schmälern noch uns von dem Guten, mit dem ER uns beschenkt hat, wieder etwas weg nehmen. Es soll uns erinnern: Alles, was wir haben – unser ganzes Leben – ist ein Geschenk! Damit wir das nicht vergessen, ruft ER uns zum „Dank-Opfer“ auf. Die Bibel spricht vom „Zehnten“. Der zehnte Teil soll „Gott“ zurück gegeben werden, d.h. Als Spende abgegeben werden. Nicht in erster Linie zugunsten des Spendenwerkes, sondern zugunsten des Spenders. Denn „ich“ als Spender will damit Gott danken und ihm vertrauen: Nicht mein Geldpolster ist meine Grundsicherung, sondern Gott ist Geber und Erhalter meines Lebens! In diesem Sinne lade ich sie ein zum fröhlichen „Dank-Opfer“!


Ihr Samuel Liebmann